DAG SHG
Jahrestagung 2005


Jahrestagung 2005: Selbsthilfe und Familie


Annemarie Gerzer-Sass: Verwandtschaften und Wahlverwandtschaften: Familie und Selbsthilfe
Annemarie Gerzer-SassGerzer-Sass kennzeichnete Familien durch die persönlichen Beziehungen und die Bereitschaft zur langfristigen Verantwortung ihrer Mitglieder untereinander. Selbsthilfe sei dagegen ein gesellschaftspolitischer Zusammenschluss, der dem Konzept des „sozialen Kapitals’ entspreche. Auch das Engagement in der Selbsthilfe verschaffe den Menschen ein dauerhaftes soziales Netz. Selbsthilfe spiele als wesentlicher Teil der Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle beim zurzeit diskutierten Umbau des Wohlfahrtsstaates zu einem aktivierenden Sozialstaat.

Kennzeichen aller Initiativen der Familienselbsthilfe sei es, dass sie strukturelle Unterstützung bei der Bewältigung von Anpassungs- und Erziehungsleistungen in Familien ermögliche. Davon profitierten vor allem die Mütter, da sie sich am stärksten engagierten, aber auch viele Väter.
Familienselbsthilfe habe auf viele gesellschaftliche Herausforderungen eine Antwort gefunden, zum Beispiel bei der Aneignung neuer individueller Ressourcen und Fertigkeiten für Erziehungsprozesse. So könne die Familienselbsthilfe als Empowermentstruktur bezeichnet werden, die sogar präventiven Charakter gegen Gewalt in der Familie aufweise.
Familienselbsthilfe sei aber durch ihre spezielle Lernkultur auch eine Art Trainingsfeld. In den Initiativen bildeten Eltern soziale und persönlichkeitsbezogene Kompetenzen aus, die einen Gewinn auch als berufliche Qualifikationen darstellten. Häufig würden gerade Frauen durch die hier erworbenen Kompetenzen ermutigt, beruflich wieder einzusteigen. Familienselbsthilfe stelle damit ein wichtiges Bindeglied zu den neuen Anforderungen in der Arbeitswelt im Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft dar.

Gerzer-Sass betonte, Familienselbsthilfe sei ein wesentliches Element der Zivilgesellschaft und bereite den Boden für weitergehendes Engagement zum Beispiel in den Kommunen. Voraussetzung seien allerdings angemessene Rahmenbedingungen auch im finanziellen Bereich, Anerkennung und Unterstützung. Kommunen sollten Selbsthilfe daher im eigenen Interesse organisieren und auch finanziell fördern.

Pdf DateiAnnemarie Gerzer-Sass: Verwandtschaften und Wahlverwandtschaften: Familie und Selbsthilfe (975kb)

Zurück zur Übersicht

Seite druckenzum Seitenanfang

© 2010 DAG SHG  |  Impressum  |  webmaster@dag-shg.de  |  Realisierung: d17
Letzte Änderung: 08.09.2010

Kontakt zur DAG SHG
Alle Downloads

Hilfe
Hinweise