
Jahrestagung 2005: Selbsthilfe und Familie
AG 3: Anliegen, Forderungen und Ziele der Familienselbsthilfe - Erwartungen an die Selbsthilfeunterstützung
Familienselbsthilfe wird in der Öffentlichkeit oft nicht als klassische Selbsthilfe wahrgenommen, obwohl sie sich sowohl von ihrer Struktur als auch von ihrer Arbeitsweise kaum von anderen Selbsthilfebereichen unterscheidet. Die Arbeitsgruppe 3 nahm daher zunächst eine Begriffsbestimmung vor: Was ist Familienselbsthilfe?Dabei orientierte sie sich an drei Leitfragen:
1. Was gehört zur Familienselbsthilfe dazu?
2. Ist Elternselbsthilfe identisch mit Familienselbsthilfe?
3. Ist familienbezogene Selbsthilfe das gleiche wie Familienselbsthilfe?
Fazit aus den Diskussionen der Arbeitsgruppe war:
1. „Familienselbsthilfe’ ist eine historisch entstandene und thematisch orientierte Bewegung, deren Anfänge Kinderläden, Elterninitiativen und andere Zusammenschlüsse waren. „Familie’ ist ein Querschnittsthema, von dem viele Selbsthilfegruppen mehr oder weniger betroffen sind.
2. „Selbsthilfe ist Selbsthilfe”. Das Leistungsspektrum der Selbsthilfekontaktstellen ist vollkommen ausreichend, um dem Familienthema gerecht zu werden. Familienselbsthilfe wird als Teilbereich der Selbsthilfe, der zahlreiche Selbsthilfegruppen umfasst, ebenso unterstützt wie andere Themenfelder auch. Wichtig ist es, den Blick auf Familienbezüge zu schärfen, deren spezielle Anliegen, Forderungen und Ziele zu berücksichtigen und Prozesse in diesem Bereich zu fördern und zu begleiten.
3. Der politische Blick: Unabdingbar ist auch der Blick auf die politische Ebene, der die Rahmenbedingungen von Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung analysiert. Wo steht die Selbsthilfe aktuell? Oder: Wofür wird Selbsthilfe gerade benutzt? Welche Förderung ist notwendig und wofür sollten Gelder ausgegeben werden?
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Letzte Änderung: 01.09.2010


