
Kollegiale Beratung – eine Methode für Fallbesprechungen
Theresa Keidel, Selbsthilfe-Koordination Bayern, und Marion Schutt, HeidelbergIngesamt gliedert sich die kollegiale Beratung in sechs Phasen. In den ersten zwei Phasen werden die Themen, die die Teilnehmerinnen im Moment beschäftigen, gesammelt und bewertet. Die nächsten vier Phasen werden je nach eingebrachtem Fall wiederholt. Sie beschreiben den eigentlichen Ablauf einer kollegialen Beratung.
Ein Gruppenmitglied berichtet eine Situation aus der Praxis, die sie oder ihn besonders beschäftigt (Phase 3) und stellt eine konkrete Frage an die Beratergruppe. Danach sind kurze Informationsfragen von der Gruppe (Phase 4) erlaubt.
Im Anschluss ist die Gruppe eingeladen aus ihren eigenen Erfahrungen zu berichten, bzw. Gefühle, Einschätzungen, Phantasien zum eingebrachten Thema zu äußern. Lösungsideen, falls von der/dem Falldarsteller/in in der Eingangsfrage gewünscht, können eingebracht und entwickelt werden (Phase 5).
Die Moderation achtet darauf, dass die Gruppe mit Wertschätzung sich des eingebrachten Falles annimmt, die/der Berichterstatter/in in dieser Phase wirklich schweigt und dass, falls gewünscht, ein Mitglied der Gruppe die Beiträge protokolliert. Der vereinbarte Zeitrahmen (zirka 10-15 Minuten) sollte ebenfalls von der Moderation oder einer/m vorher bestimmten Zeitwächter/in im Auge behalten werden.
Im Anschluss an die Phase der Beratung wird die/der Berichterstatter/in eingeladen, ein Feedback (Phase 6) an die Kolleg/innen zu geben: dabei gibt sie Rückmeldung, welche Beiträge sie für sich als hilfreich usw. empfand, und welche Schritte sie vielleicht auch ganz konkret in der Praxis umsetzen will.
Am Ende der Arbeitseinheit empfiehlt es sich ein Abschlussblitzlicht durchzuführen.
Weiterführende Literatur:
Kim-Oliver Tietze: Kollegiale Beratung, Problemlösungen gemeinsam entwickeln. rororo, Reinbek bei Hamburg 2003
© 2010 DAG SHG | Impressum | webmaster@dag-shg.de | Realisierung: d17
Letzte Änderung: 08.09.2010


