DAG SHG
Jahrestagung 2006



Patienten im Krankenhaus – Markenmedizin, Kundenorientierung und Versorgungsqualität
Foto Prof. Dr. LohmannProf. Heinz Lohmann, LOHMANN konzept Hamburg

Thesenpapier "Patient im Krankenhaus"

1. Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen in postindustriellen Gesellschaften steigt.
Auch ist Wachstum in der Gesundheitswirtschaft auf Grund der Finanzkraft privater Haushalte realistisch. Allerdings sind die Finanzierungsmöglichkeiten im Sozialtransfer wegen andersartiger politischer Prioritätenentscheidungen begrenzt. Um die gesellschaftliche Stabilität zu wahren, ist es erforderlich, mittels Wettbewerb die Produktivität des Gesundheitssystems zu erhöhen.

2. Krankenkassen als Nachfrage- und Gesundheitsveranstalter als Angebotsagenturen werden den Gesundheitsmarkt der Zukunft ganz wesentlich bestimmen.
Wichtiger Erfolgsfaktor der Krankenkassen ist deshalb die Versicherung differenzierter medizinischer Leistungen. Die Basis für eine solche Entwicklung bilden bereits heute die gesetzlichen Regelungen zur Integrierten Versorgung. Innovative Gesundheitsanbieter kontrahieren erste medizinische Leistungspakete mit Gewährleistungen und Preislisten einschließlich Rabattstaffeln.

3. Die Partner der Gesundheitswirtschaft entwickeln zukünftig in strategischen Partnerschaften Behandlungslösungen für die Patienten in Form von Markenmedizin.
Ein Widerspruch zwischen Ökonomie und Humanität kann dann vermieden werden, wenn Vertrauen für diese Strategie des Wandels durch einen intensiven ethischen Diskurs geschaffen wird.

4. Vertreter von Selbsthilfegruppen sind glaubwürdig, weil ihre Betroffenheit Erfahrung und Unabhängigkeit vermittelt.
Dieser Hintergrund kann der Selbsthilfebewegung bei Rückgang der institutionenbezogenen Förderung im Gesundheitssystem neue Finanzquellen eröffnen. So können beispielsweise Selbsthilfekontaktstellen ihre Vermittlungsfähigkeit für Patienten exklusiv bestimmten Anbietern über ein Gutscheinverfahren zur Verfügung stellen. Auch können künftig Selbsthilfekontaktstellen von Selbsthilfegruppen Betroffenenerfahrung generieren und zur Optimierung von Lösungen bestimmter Anbieter oder auch Nachfrager verwenden oder an Zertifizierungsgesellschaften vermitteln. Zudem können Selbsthilfekontaktstellen ihre Systemkompetenz in die Gestaltung der öffentlichen Aufgaben von Marktordnung und Verbraucherschutz gegen entsprechende Honorierung einbringen.

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Letzte Änderung: 01.09.2010

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